MPU-StatistikIn Deutschland gibt es rund 54 Millionen Führerscheinbesitzer und jährlich müssen um die 100.000 ihre geliebte Pappe, mittlerweile ist es ja ne Scheckkarte, abgeben werden freundlich zur Medizinisch-Psychologischen –Untersuchung (MPU) gebeten. Die MPU-Statistik im Detail.


Die Gesamtzahl im Mehrjahresvergleich:


Wir betrachten die Gesamtzahl seit dem Millennium (2000). Dort waren es rund 123.800 Untersuchungen, welche in Deutschland durchgeführt wurden. Diese Gesamtzahl ist von Jahr zu Jahr erfreulicherweise stetig gesunken, so waren es 2012 noch knapp 94.200 MPU-Untersuchungen.


Die Verteilung der Untersuchungen auf die Anlässe:


Den größten Anteil des Kuchens nahm schon von jeher die Alkoholproblematik ein. Dies hatte im Jahre 2006 mit 58% aller Untersuchungen ihren Höchststand und ist bis 2012 wieder auf 51% gesunken, wobei 28% davon erstmalig wegen Alkohol auffällig wurden. Den zweitgrößten Anteil nehmen die MPU-Untersuchungen aufgrund von Drogendelikten ein. Die Untersuchungen aufgrund dieses Anlasses schlugen im Betrachtungszeitraum im Jahre 2006 mit 20% zu Buche. 2012 lag dieser Wert leicht vermindert  bei 21% aller Untersuchungen. Das Dritte große Stück des MPU-Kuchens ist den Punktetätern zuzuschreiben. Diese Zahl ist zwischen 2006 und 2012 von 13% auf 17% um vier Prozentpunkte in der MPU-Statistik angestiegen. Den Rest des Kuchens nehmen die Untersuchungen aufgrund körperlichen Mängel (1%) und die sonstigen Untersuchungen wie Prüfungsauffällige sowie die Befreiung vom gesetzlichen  Mindestalter mit rund 11% ein.


Soooo… und wie steht es nun mit den Ergebnissen aus diesen Untersuchen, denn genau dieser Teil der MPU-Statistik dürfte wohl der interessanteste sein. Zum besseren Verständnis möchte ich hier jedoch nochmal etwas ausholen. Das MPU-Gutachten stellt für die Straßenverkehrsbehörde, in diesem Falle den Führerscheinstellen eine Entscheidungshilfe dar, ob eine Fahrerlaubnis zugesprochen werden kann. Dabei gibt es drei Arten des Gutachtens. Im besten Fall erhält der Klient ein uneingeschränkt positives Gutachten von der Begutachtungsstelle und im schlechtesten Fall, Sie haben es sicher schon erraten, ein negatives Gutachten. Doch dazwischen gibt es noch eines. Wenn der Klient den Gutachter im psychologischen Gespräch nicht vollständig überzeugen konnte, wird er dies auch on seinem Gutachten so niederlegen. In den meisten Fällen werden Sie angehalten nochmals an einer Nachschulung teilzunehmen. Danach wird in aller Regel die Fahrerlaubnis zugesprochen.


Auch hier haben sich die Zahlen der MPU-Statistik aus der Sicht der Klienten positiv entwickelt. Im Jahr 2001 bekamen 43% aller Klienten ein positives Gutachten, bei 41% der Fälle war dies leider negativ und 16% der Prüflinge wurden zur Nachschulung gebeten. Im Jahr 2012 sehen die Zahlen weitaus besser aus. Rund 54% wurden mit einem positiven Gutachten aus der MPU entlassen, bei 45% war das Gutachten negativ und 11% mussten nochmals eine Nachschulung absolvieren bevor sie die Fahrerlaubnis beantragen konnten.

Anlassgruppen der MPU-Statistik


Man kann also gespannt sein, ob sich der positive Trend in der MPU-Statistik fortführt.
Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) 2012