Fahrverbot oder FührerscheinentzugFahrverbot und Führerscheinentzug sind die beiden Begriffe, die sehr oft in einen Topf geworfen werden. Die Meinung, dass ein Fahrverbot das gleiche sei wie einen Führerscheinentzug ist allgegenwärtig. Dies ist jedoch absolut nicht so und im Folgenden zeigen wir in diesem Artikel die Unterscheide auf.

Ein Fahrverbot dauert zwischen ein und drei Monaten und die betroffene Person erhält nach dieser Zeit  den Führerschein von der entsprechenden Behörde, in der Regel ist dies die Polizei oder das Gericht, zurück. Beispiele für ein Fahrverbot sind folgende:
Alkoholfahrt mit 0,5 Promille bis maximal 1,1 Promille. Bei 0,5 Promille gibt es noch einen Monat Fahrverbot und bei Wiederholung drei Monate.
Überhöhte Geschwindigkeit innerorts von mehr als 31 km/h bis 50 km/h (1 Monat)
Überhöhte Geschwindigkeit innerorts von mehr als 51 km/h bis 60 km/h (2 Monate)
Überhöhte Geschwindigkeit innerorts von mehr als 61 km/h  (3 Monate)
1 Monat Fahrverbot beim Überfahren einer roten Ampel, wenn diese länger als eine Sekunde auf Rot stand.
Dies ist nur ein sehr kleiner Auszug aus dem Strafenkatalog.

 

Bei einem Führerscheinentzug handelt es sich um einen Verlust den Führerscheines von mindestens sechs Monate. Jetzt kommt jedoch das entscheidende:  Beim Führerscheinentzug muss die liebevoll genannte „Pappe“ bei der Verwaltungsbehörde, in der Regel ist dies die Führerscheinstelle, neu beantragt werden, d.h. man muss einen Antrag auf Wiedererteilung stellen. Die Behörde entscheidet dann, ob sie den Führerschein neu erteilt, oder ob die Betroffenen Person eine Nachschulung oder gar eine MPU machen muss.
Auch hier zu ein paar Beispiele für den Führerscheinentzug:
Fahren bei absoluter Fahruntüchtigkeit, d.h. bei 1,1 Promille oder mehr
Unfallflucht bei einem Fremdschaden von mehr als 1.500 €
Bei bestimmten Fällen der Nötigung oder bei gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr

 

Wann und wo muss man den Führerschein denn überhaupt abgeben?
Zunächst einmal hängt dies davon ab, ob es sich um ein Fahrverbot oder um einen Führerscheinentzug handelt. Bei einem Fahrverbot wird mit dem Bußgeldbescheid mitgeteilt wo und wann man den Führerschein abgeben muss. Über das „Wann“ kann in bestimmten Fällen mit den Behörden noch verhandelt werden. Hier ein kleines Beispiel: Ein Berufskraftfahrer, der wegen überfahren einer roten Ampel ein Fahrverbot von einem Monat aufgebrummt bekommt, kann meist sein Fahrverbot in den Urlaub verlegen, sofern dieser nicht in zu weiter Ferne liegt.
Bei einem Führerscheinentzug hingegen muss der Führerschein sofort beim Gericht oder der Verwaltungsbehörde, sprich Führerscheinstelle abgegeben werden. Hier lässt sich auch nicht über den Termin verhandeln.
In vielen Fällen sind scheinbar unwichtige Einzelheiten entscheidend über ein Fahrverbot oder Führerscheinentzug. Aus diesem Grund sollte man sich fachkundigen Rechtsrat von einem Anwalt, der auf Verkehrsrecht spezialisiert ist, einholen. Wichtig ist auch, dass ein Einspruch nur innerhalb von zwei Wochen ab Zugang möglich ist. Lässt man diese Frist verstreichen, hat man keine Möglichkeit mehr, dagegen vorzugehen.